ⵎⵉⵍⵉⴰ 

Tourismus DZ 0

Algerien, das größte afrikanische Land, ist heute, 55 Jahre nach seiner Unabhängigkeit, immer noch ein jungfräuliches Touristenziel. Bedauerlicherweise scheinen die Machthaber dieses nordafrikanischen Landes an der südlichen Mittelmeerküste kein Interesse zu haben, eine moderne und profitable Tourismuswirtschaft in diesem kulturell und landschaftlich reichen Land zu entwickeln. Warum?

Die Gründe sind vielschichtig und verbergen sich tief in menschlichen und gesellschaftlichen Bereichen.

Rebellische Kultur

Kulturell gesehen ist der Charakter des unabhängigen Algeriens durch die jahrtausendlange Unterdrückung und Herrschaft vieler fremden Kulturen und Invasoren rebellisch geprägt. Einfache Dienstleistungen und Services im Tourismussektor, wie z.B. Kellnern, Putzen, Tellerwaschen und auch Kochen usw., waren damals und sind größtenteils heute noch gesellschaftlich eher schlecht angesehen. Provokanter Weise ausgedrückt heißt es: Ein „echter“ Algerier will der Macher und nicht der Diener sein. Er kann ein Hotel- oder Restaurantbesitzer bzw. -Manager sein aber nicht ein Kellner oder Zimmermädchen. Daher sind viele Berufe im Dienstleistungssektor, z.B. in Hotels und Restaurants, für die meisten Algerier fast unannehmbar, nur unter Alternativlosigkeit.

Renaissance der „Religiosität“ und Fanatismus

Das Beharren der FLNisten, der Mitglieder der Front zur Nationalen Befreiung Algeriens, die das Land von der französischen Kolonialherrschaft im Jahr 1962 befreit haben, die absolute und alleinige Macht über Algerien, auch nach 55 Jahren Unabhängigkeit, zu haben und der Mangel an politischem Willen dieses eisernen Machtregimes, ein rechtsstaatliches demokratisches politisches System zum Aufbau einer offenen, toleranten und gerechten Gesellschaft zu installieren führten in den 1980er und 1990er Jahren zu einer breiten gesellschaftlichen Frustexplosion in der Bevölkerung, die naiver Weise geglaubt hat, die Lösung ihrer kleinen und großen Probleme in einer neuen Renaissance des Islams zu finden. Dramatischer Weise haben diese Faktoren die blutigste und schrecklichste kriegerische Auseinandersetzung in der Geschichte des freien Algeriens zwischen der algerischen Armee und den religiösen Extremisten mit einer islamistischen Ideologie verursacht, die über Hunderttausend Opfer gekostet hat.

Unter diesen und ähnlichen Voraussetzungen ist die Einführung einer Tourismuskultur ein fast unmögliches Unterfangen. Denn der gesellschaftliche und religiöse Druck auf Frauen und Männer ist gleichermaßen enorm. Auch die mehr oder weniger aufgeklärten und gebildeten Männer trauen sich nicht, ihren Frauen oder Töchtern zu „erlauben“, z. B. in Hotels oder Restaurants zu arbeiten.

Macht sichern mit Terrorismus-Angst

Inzwischen ist die Angst vor Terrorismus ein globales Problem geworden. Algerien stellt diesbezüglich sogar ein Prototyp eines Landes dar, in dem Terroranschläge fast „normal“ geworden sind. Mensch lebt mit der Angst und der Tod ist "normal" geworden. Ganze Generationen und große Teile der algerischen Bevölkerung sind immer noch von den brutalen und schrecklichen Taten traumatisiert, die sie während des schwarzen Jahrzehntes der 1990er Jahre hautnah erlebt haben.

Angst vor Terrorismus spielt, wie in allen Ländern der Welt, in die Hände der Regierenden. Auch die algerischen Machthaber profitieren von der Angst der algerischen Bevölkerung vor Terrorismus, der in Tat und zweifelsohne noch existiert. Allerdings unternimmt die algerische Regierung prinzipiell nichts, um eine korruptionsfreie und gerechte Gesellschaft mit einem demokratischen System basierend auf Rechtsstaatlichkeit, kulturelle Vielfalt und Meinungsfreiheit in Algerien zu entwickeln.

Eine wahre Tourismuskultur einzuführen und zu pflegen bedeutet eine große kulturelle Öffnung für gesellschaftliche Strukturen und Traditionen. Vor diesen großen Veränderungen haben die algerischen Machthaber die größte Angst. Solche grundlegenden Veränderungen stellen für alle Mitglieder des heutigen algerischen Machtregimes, des Militärs, der neuen Superreichen der Businesswelt und der politischen Klasse der FLNisten und ihrer Unterstützer), eine große Gefahr dar und bedeutet den sicheren Verlust ihres Anspruchs auf die absolute und alleinige Herrschaft in Algerien.

Fluch der natürlichen Reichtümer

Im flächenmäßig größten afrikansichen Land Algerien mangelt es nicht an nichts. Es gibt viele natürliche Bodenschätze von denen jede Landesregierung dieser Erde nur träumen kann. Das Land verfügt über große Mengen an Erdöl, Erdgas, Eisen, Aluminium, Kupfer, Phosphat, Uranium und sogar Gold.

Dieses Reichtum ist ein großer Fluch für die algerische Bevölkerung, weil er gleichzeitig den größten Trumpf aller bisherigen Regierungen darstellt, die seit 1962 an Macht kamen. Mindestens 95% aller Staatseinahmen werden durch die Ausbeutung der verschiedenen natürlichen Bodenschätze generiert. Eine einfachere und sicherere Geldquelle gibt es nicht.

Um Milliarden von Dollars generieren zu können muss Mensch nur einige guten ausländischen Fachpartner und Experten beauftragen, die in der Lage sind, die entsprechenden Aufgaben sicher und gut zu lösen. Zum Beispiel: Boden aufbohren, Rohöl hochpumpen, Öl-Pipelines herstellen und installieren, das Rohöl transportieren, zum Raffinieren ins Ausland verschiffen, raffiniertes Erdöl reimportieren und verkaufen. So einfach geht es!

Wozu braucht Mensch Tourismus? Erst alles leer pumpen, dann sieht Mensch weiter. Aber wie lange noch?

 

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