ⵎⵉⵍⵉⴰ

Land Tourismus1 DZ

Der lang anhaltende Niedrigpreis des Erdöls, der Haupteinnahmequelle Algeriens, nach dem letzten Preissturz vor ca. drei Jahren auf dem Rekordtief von knapp 30 Dollar pro Barrel (159 Liter) brachte die algerische Regierung in eine schwere Finanzsituation. Die Folge: Der 190-Milliarden Dollar dicke Devisenpolster musste für die lange Durststrecke, die bis heute andauert, herhalten und neue Wege zum Aufbau einer neuen Wirtschaft finden, die die starke Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen mittel- und langfristig verringern kann.

Eine naheliegende Idee, vor allem wegen des großen Potentials, das Algerien in diesem Sektor hat, ist der Aufbau einer nachhaltigen Tourismuswirtschaft. Allerdings wurde aus unerklärlichen Gründen der Tourismussektor in Algerien bis heute von keiner algerischen Regierung seit der Unabhängigkeit 1962 prioritär angesehen und/oder behandelt.   

In diesem Zusammenhang ist Algerien als größtes Land Afrikas mit seinen 0,7 Mio. Touristen pro Jahr ein Tourismus-Zwerg, verglichen mit seinen Nachbarländern, Marokko mit 11 Mio. und Tunesien 7 Mio., die den Tourismus zu einer guten Haupteinnahmequelle für harte Devisen entwickelt haben.

Ausgerechnet im 10. größten Land der Erde, im größten Land Afrikas und in einem Land mit fast 2,5 Millionen Quadratkilometern, das fast 7 Mal größer als Deutschland ist, und als ob es in diesem riesengroßen Algerien keine Parzelle mehr geben würde, die für touristische Investitionen geeignet wäre, wurde am Mittwoch (13.06.) in Algier ein fragwürdiges Abkommen zwischen dem Ministerium für Tourismus und Handwerk und dem der Landwirtschaft, der ländlichen Entwicklung und der maritimen Fischerei unterzeichnet. Diese merkwürdige Vereinbarung sieht die Nutzung von Land- und Forstflächen des Landwirtschaftsministeriums für den Ausbau des Tourismus vor.

"Die Konvention, die wir heute unterzeichnet haben, zielt darauf ab, den Zugang zu Naturschutzgebieten, touristischen Expansionsgebieten und allen Orten, an denen eine Waldlichtung genutzt werden kann, zu erleichtern", erklärte, offensichtlich stolz, der algerische Minister für Tourismus und Handwerk, Abdelkader Benmessaoud, auf einer Pressekonferenz am Rande der Unterzeichnung dieses unter allen Umständen unnötigen Abkommens.

Minister Benmessaoud versicherte im Beisein seines Kollegen, Landwirtschaftsminister Abdelkader Bouazghi, dass die Eröffnung dieser ländlichen Gebiete für Tourismus-Investitionen unter strengsten Vorgaben und Einschränkungen begleitet wird. Durch fest definierte Spezifikationen werden wir nur Kredite für Grundstücke und Investitionen gewähren können, die die Umwelt nicht beeinträchtigen, betonte Benmessaoud.

Auffallend bei diesem neuen Tourismusminister seit seiner Ernennung sind seine zahlreichen Aktivitäten im Unterzeichnen von irgendwelchen Vereinbarungen. Damit glaubt der Minister, den strategisch wichtigen Tourismussektor bei der Diversifizierung der algerischen Wirtschaft für die Zeit nach dem Ende der Erdöl-Ära besser aufstellen zu können, den alle bisherigen Regierungen vernachlässigt hatten.

Mitte Mai wurden zwei Abkommen zur Förderung des Tourismus in Algerien zwischen der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie und dem staatlichen Tourismusamt (ONT) unterzeichnet, um das Image von Algerien im Ausland zu fördern.

Eine weitere Vereinbarung wurde zwischen einer anderen algerischen (lokalen) Fluggesellschaft „Tassili Airlines“, der staatlichen Tourismusgruppe HTT, einer Hotelkette mit zahlreichen touristischen Einrichtungen, die nicht weniger als 70 öffentlichen Institutionen zählt und dem nationalen Verband der algerischen Tourismus-Agenturen unterzeichnet, um einen Schub für den Sahara-Tourismus zu geben.


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Wie diese „Schnaps“-Ideen und Abkommen des neuen Tourismusministers das Image von Algerien im Ausland verbessern sollen, die fehlende Tourismuskultur grundlegend entwickeln können, die seit fast 30 Jahren durch Fanatismus, Extremismus und nackter Gewalt vernichtet wurde, die mangelhaften und größtenteils fehlenden touristischen Infrastrukturen zeitnah realisieren können, die Probleme der Hygiene, der Umweltverschmutzung, der Mentalität, der Anpassungsfähigkeit, der Toleranz, der Gastfreundlichkeit und des Respekts, z.B. während des Monats Ramadan (siehe dazu "Ramadan, eine große Bremse für ..."), und und und lösen können, ist mir vollkommen schleierhaft.

Der Aufbau eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Tourismus in Algerien ist eine der schwierigsten Aufgaben, die Algeriens Machthaber lösen müssen, wenn sie den Tourismussektor wahrhaftig gestalten wollen, weil diese eine fundamentale Änderung der algerischen Politik erfordert, die alle Felder der algerischen Gesellschaft tangieren muss und wird. Dazu sind die algerischen Machthaber bis heute noch nicht bereit und haben seit mehr als 50 Jahren alle Chancen verpasst, die richtigen Konzepte zu erarbeiten und die konsequenten Entscheidungen zu treffen, um diesen wichtigen und zentralen Sektor in Algerien zu implementieren. Heute trauen sie sich nicht mehr, die für die Entwicklung des Tourismus notwendigen großen gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen der heutigen Bevölkerung zuzumuten.

Aber in der heutigen Welt der Wissensgesellschaften und der Künstlichen Intelligenz ist der Tourismus eine zentrale Komponente der Marketingstrategie jedes Landes dieser Erde. Intelligente und moderne Länder konkurrieren um die besten Tourismus-Konzepte und Marketingstrategien für ihre Länder und geben viele Milliarden aus, um das Image ihrer Länder auf höchstem Niveau zu positionieren.

 

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